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Thema: Bremsenmontage Stützbolzen

Habe gestern die folgende Anfrage an einen verwandten Thread angehängt. Aber eigentlich ist es eine eigene Anfrage. Deshalb hier nochmal als neues Thema die gleiche Frage. Das scheint mir übersichtlicher:

Beim Einbau der Bremsbacken bin ich auf eine Unklarheit meinerseits gestoßen, bei der ich mutmaßlich einen Tipp brauche.
Es geht um eine 11BL von 1953. Die Führungsbolzen 638605 sind mutmaßlich korrekt. Die Gesamtlänge von der Grundplatte bis zum Ende des Bolzens sind knapp 36mm (der verjüngte Teil ist exakt 20mm lang).
Demnach werden die Federn 441332 nicht eingebaut.
Nun die Fragen:
1. Kommt hinter die Bremsbacke auf den Führungsbolzen bereits eine Unterlegscheibe (2080/2363-s)? Das ja wohl eher nicht, aber sicherheitshalber frage ich nach. Dann wäre die Reihenfolge von innen: Grundplatte mit Bolzen - U-Scheibe - Bremsbacke - U-Scheibe - Splint.
2. Lasse ich sie weg, wäre die Reihenfolge Grundplatte mit Bolzen - Bremsbacke - U-Scheibe(n) - Splint. Allerdings ist der Abstand von der Bremsbacke zum Splint deutlich mehr als die Dicke der Unterlegscheibe. Baue ich nur eine, ist die Bremsbacke zwar leicht beweglich, hat aber so viel seitliches Spiel, dass sie sich m.E. verkanten könnte. Ist es also korrekt, mit MEHREREN U-Scheiben unter dem Splint zu arbeiten, so dass dort kaum noch Spiel für eine seitliche Bewegung ist? Bei 20mm verjüngtem Teil sind das in meinem Fall 6-7 U-Scheiben von der Bremsbacke bis zum Splint! (Ich habe auch die Federn 441332, die ab 1954 verwendet wurden. Aber so lang ist der Bolzen wiederum nicht. Die Federn blockieren die Bremsbacke völlig). Das "Problem" ist die Länge des verjüngten Teils auf dem Bolzen. Alle Fotos, die ich im WWW dazu sah, scheinen Bolzen zu zeigen, deren dünner Teil viel kürzer ist.
3. Zusatzfrage:  Sollte dort auch ein Tröpfchen Kupferpaste zwischen Bolzen und Bremsbacke und zwischen Bremsbacke und U-Scheibe?
Danke für Expertenantworten! Andreas

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2 Zuletzt bearbeitet von afnehls (14.07.2019 16:05)

Re: Bremsenmontage Stützbolzen

Noch ein Bild dazu.

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Re: Bremsenmontage Stützbolzen

Moin,

auf Deinen Bildern kann man sehen, dass Du nicht den Bolzen 438.605 bis 04/1954 eingebaut hast, sondern den 441.333 ab 04/1954. Offenbar ist die Bremsankerplatte mal getauscht worden.
Bild im Anhang zeigt die unterschiedlichen Haltebolzen, links 438.605 (37,5 mm) und Mitte 441.333 (47,0 mm).

Der Bremsbelagträger misst 4 mm, die Unterlegscheiben 2080 sind je 1,5 mm dick (keine unter den Bremsbelagträger, eine auf den Bremsbelagträger, Feder, eine weitere auf die Feder), das macht zusammen 7 mm. Am Haltebolzen sind es bis Unterkante Splintloch 16 mm, abzüglich der o. g. 7 mm verbleiben 9 mm für die Feder.
Ggfs. hast Du die falsche Feder?

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Winklige Grüße,
Ulli

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Re: Bremsenmontage Stützbolzen

Guten Morgen,
Danke für die flotte und ausführliche Antwort. Damit bin ich ein Stück weiter, aber noch nicht am Ziel.
Der verjüngte Teil am Bolzen ist insgesamt 20 mm lang. Bis zum Splintloch ist der Platz für den Aufbau der Teile ca. 16mm. Der Bremsbelagträger ist ca. 4,3 mm stark. Bleiben knapp 12 mm für die Kombination U-Scheibe 2080 - Feder 441333 - U-Scheibe 2080.
Die Feder ist aber 13 mm lang (der Ersatzteilkatalog nennt kein Maß, aber so ist es bei den Teilehändlern und so sind die mir vorliegenden Federn).
Die U-Scheibe 2080 ist laut Ersatzteilkatalog und Deiner Erklärung 1,5 mm stark. Macht zusammen 16mm und nicht 12mm, wie sie zur Verfügung stehen. (Es gibt die 2080-Scheibe auch bis zur Stärke von 0,3mm).
Du nennst für die Feder 9mm und vermutest, ich habe falsche Federn. Das wäre plausibel. Dann kann ich die Feder aber nicht beim Ersatzteilhändler erwerben, sondern woanders.

Die Situation wirft folgende Fragen auf:
1. Wird die Feder unter Spannung eingebaut? Dann ist die Bremsbacke aber nicht mehr frei beweglich.
2. Wenn nicht, warum werden die Federn mit 13mm Länge angeboten?
3. Unabhängig davon: Kommt ein Tröpfchen Kupferpaste auf die Gleitflächen?

Danke.

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Re: Bremsenmontage Stützbolzen

Moin,

die Feder steht selbstverständlich unter Vorspannung, sonst nützt sie ja nichts, und die Bremsbacken lassen sich damit schon noch bewegen, die Kraft der hydraulichen Bremskolben und die der Rückstellfedern reichen dafür; hier die Gleitstellen unter der Bremsbacke und unter der U-Scheibe leicht fetten, Kupferpaste geht. Ich hab mal ein Foto von meinem Schnittmodell angehängt.

Scheiben 2080 in 0,3 mm gibt es nicht im Katalog, das sind die Distanzscheiben z. B. 438.607, die gehören aber unter den Haltebolzen und bestimmen damit die Lage der Bremsbacken.

Dünnere Distanzscheiben 2080 zum Ausgleich benötigt man mit den kurzen Haltebolzen ohne Feder, das habe ich hier schon mal beschrieben.

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Winklige Grüße,
Ulli

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Re: Bremsenmontage Stützbolzen

Vielen Dank für die Nachricht. Damit ist alles klar und ich kann weitermachen. Sehr hilfreich! Andreas