826

Re: Restaurations-Tagebuch

Wenn ich überlege was bei der alten Zündung / Verteiler kaputt gehen kann dann sind das:
- Kondensator ca. 6 Euro
- U-Kontakt  ca. 6 Euro
- Verteilerkappe ca. 9 Euro
- Verteilerfinger ca. 8 Euro

Mit ca. 30 Euro lässt sich dann jedes Problem der alten Zündung beheben und sie läuft immer!
Macht die 123 Probleme dann muss ich sie einschicken!

827

Re: Restaurations-Tagebuch

Ich hatte mit den Nachbau-Unterbrechern das Problem, dass sie sehr schnell eingebrannt sind. Trotz neuer, unterschiedlicher Kondensatoren. Verteilerkappen- und Finger sind schnell oxidiert und stark überteuert (je Verteilermodell 20-60 EUR für die Kappe, wo hast Du Deine Preise her?).
Das alles hat für mich den Ausschlag zu einer 123 gegeben. Finger und Kappen kommen hier von der Stange von Markenherstellern.
Wenn man einen alten Verteiler nutzt sollte man die Zündverstellung  prüfen. Ausgeleierte Federn ziehen den ZZP  bei hoher Drehzahl weiter auf FRÜH als zulässig.

828

Re: Restaurations-Tagebuch

Heute Kurbelwelle auf OT gedreht (Nut ist in der kleinen Bohrung zu sehen), kleine Markierung in die Riemenscheibe gefeilt und dann die Scheibe von hinten schwarz lackiert.
Wenn der Lack getrocknet ist dann feile ich die Markierung nochmal blank und lackiere die Stelle weis.
Jetzt muss ich mir überlegen wie ich eine Gegenmarkierung am Gehäuse fixiere entweder fest oder abnehmbar.
Hat von euch das schon jemand gemacht und hat eine geniale Idee?

829

Re: Restaurations-Tagebuch

Hi Otto,

Riemenscheibe markieren ist ja so 'ne Sache. Die läuft ja nur mit halber KW-Drehzahl, kommt also nur bei jedem 2. KW-OT an ihrer Markierung vorbei. Ist eigentlich kein Problem, aber mit 2 Markierungen- 180° gegenüberliegend- geht 's einfacher.

Aber durch die Untersetzung und das Spiel in der Steuerkette und der "Oldham"-Kupplung ist diese Marke nicht so genau wie die Methode "6mm-Drahtstift in die Bohrung stecken und KW langsam drehen, bis Stift in die Nut einrastet".

Das geht immer noch am besten, finde ich. Dazu drehe ich die Kerzen 'raus und drehe mit der Linken langsam die Andrehkurbel und mit der Rechten drücke ich den 6mm- Stift gegen das langsam drehende Schwungrad. Man spürt ein "Kratzen", und dann ganz deutlich das Einrasten. Spielfrei und genau.

Salut  Rolf

830

Re: Restaurations-Tagebuch

Hallo Rolf,

ich verwende immer ein Endoskop das ich in die Bohrung stecke da sieht man dann die Nut, in die normal der Stift einrastet.
Das mit den 180 Grad ist so nicht ganz korrekt.
Der 1. Zylinder, so wie alle anderen zündet nur einmal ja zwei Kurbelwellenumdrehungen.
Da die Nockenwelle sich bei zwei Kurbelwellenumdrehungen nur einmal dreht gibt es auch nur genau eine Markierung auf der Riemenscheibe zu der der Zündfunke des 1. Zyl. entsteht!
Mit einer Prüflampe erhält man bei einer Nockenwellenumdrehung, genau wie Verteilerdrehung 4 Zündzeitpunkte und könnte daher 4 Markierungen auf die Riemenscheibe machen.
Das macht aber wenig Sinn wenn ich später mit dem Stroboskop arbeite die ja immer einem Zylinder zugeordnet leuchtet.
Auch für die Grundeinstellung ist eine Markierung auf der Riemenscheibe optimal weil man dann genau den Zündzeitpunkt des 1. Zylinders hat und nicht zusätzlich die des 4.!
Wenn die Grundeinstellung mit dem Stroboskop gemacht werden kann, also z.B. nach dem Wechsel des Verteilers und dann den Motor mit dem Anlasser drehen, dann spart das jede Menge Zeit und Arbeit.
Keine ausschrauben der Zündkerzen, kein Endoskop holen und in die Bohrung stecken, kein mühsames Drehen der Kurbelwelle, kein wieder einschrauben der Zündkerzen.

LG

Wolfgang

831

Re: Restaurations-Tagebuch

Ja, stimmt- ich war im Geiste beim Einstellen der Ventile...

Dazu muß ja eh der Lufi nebst Ventildeckel 'runter, und die Kerzen 'rausdrehen geht in einer Minute. Kriegen dann auch gleich einen mit der Messingbürste.
Dann drehe ich die Kurbel, bis der "Kumpel" des einzustellenden Zylinders seine Ventilüberschneidung hat. Kann man ja gut sehen.

Der Gebrauch der Andrehkurbel ist für mich ein Spaß, keine Mühe. Auch zum Starten vor einem stets verblüfften Publikum.

Und wenn man schonmal dabei ist, gleich noch den Zzp statisch mit dem Prüflämpchen kontrollieren. Kontaktabstand latürnich auch. Das mache ich mit dem Stift in der Bohrung.
Bin auch ein Fan der klassischen Kontaktzündung. Strobo besitze ich nicht, ist mir zu modern... :o)

832

Re: Restaurations-Tagebuch

Das wäre mir echt zu viel Arbeit!
Stroboskop anklemmen, laufen lassen und kontrollieren / nachstellen ist da doch um einiges einfacher, genauer und schneller!
Das Strobo habe ich seit 50 Jahren, als ich noch bei VW am Käfer geschraubt habe.
Das freut sich doch auch wenn es endlich mal wieder was zu tun bekommt! ;-)

833

Re: Restaurations-Tagebuch

Hallo zusammen,

natürlich muss man den Zündzeitpunkt erst per Stab in die Schwungscheibe einstellen.
8 Grad, 12 Grad, Handverstellung u.s.w. , dafür gibt es mehrere Möglichkeiten.
Aber mit dem Stroboskop nachzukontrollieren, ob altmodisch oder modern, wie auch immer, gibt zumindest die gute Möglichkeit, die Handverstellung zu kontrollieren. Oft ist bei dem klassischen Verteiler die Fliehkraftverstellung, und/oder die Unterdruckverstellung korrodiert oder nicht in Ordnung. Das lässt sich prima mit dem Stroboskop kontrollieren.
Die Handverstellung hat auch noch Spiel und die Einstellung ist nicht korrekt reproduzierbar, die Toleranz lässt sich mit dem Stoboskop auch gut kontrollieren. Hierzu habe ich mir eine Vorrichtung gebaut, siehe Foto, der Stift lässt sich aus Sicherheitsgründen abschrauben, die 12 Gradmarkierung fehlt noch.

Grussw Gerhard

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Anhang Symbol Zündzeitpunkt - Strobo.jpeg 410.66 kb, 36 Downloads seit 2025-11-21 

834

Re: Restaurations-Tagebuch

Hallo Gerhard,

eine gute, saubere Lösung!
Ich würde gerne etwas machen, was nicht eine so offensichtliche Änderung am Original ist, bzw. ich wieder rückgängig machen kann.
Glaube ich habe eine sehr einfache Lösung.
Wenn ich mit dem Strobo arbeiten möchte hänge ich ein Seil oder ein Stück Schweißstab 2mm oder ein Kabel mit Krokodilklemme am Splint ein.
Damit ist ein Punkt definiert.
Die andere Seite befestige ich entweder links am Karosserie oder senkrecht nach oben an einem kleinen Aluwinkel der an das Gewinde des Kühlers geschraubt wird.
Auf den Bildern hab ich mal etwas ausprobiert wie dann die Schnur, Stab, Kabel laufen würde.
Denke, das ist die einfachste Lösung und am schnellsten realisiert.
LG
Wolfgang

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Anhang Symbol Markierung fuer Strobo.jpg 391.84 kb, 6 Downloads seit 2025-11-21 

835

Re: Restaurations-Tagebuch

Habe nun meine Lösung fertig, aber noch nicht getestet.
Den Halter anschrauben und den 1mm Stahldraht unten in den Splint einhaken und oben in die Feder, fertig.
Ist genau so schnell wieder abgebaut.

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Anhang Symbol IMG20251122132716.jpg 396.34 kb, 5 Downloads seit 2025-11-22 

836

Re: Restaurations-Tagebuch

Habe es eben getestet und bin zufrieden!
Sowohl die Markierung auf der Riemenscheibe als auch der Stahldraht, als Bezugsmarkierung, sind gut zu sehen.
Auf dem Video, dass ich euch mal hochgeladen habe, ist gut die Verstellung beim Gasgeben zu sehen.
Dieser Link führt zum Video: https://www.dropbox.com/scl/fi/anazm8mm … f&dl=0

Die weise Markierung und der Stahldraht liegen genau übereinander wenn der 6mm Stift in die Nut auf der Schwungscheibe passt.
Wie man sieht liegen die beiden, im Leerlauf, jetzt ein paar mm außeinander, daher etwas mehr Frühzündung.
Ich würde das so interpretieren, dass die Nut in der Schwungscheibe bei 8 Grad liegt und ich jetzt durch die Einstellung per Gehör bei ca. 12 Grad gelandet bin.
Der Motor springt trotz der Kälte und einer Batteriespannung von ca. 6,5V sehr gut an wobei der Anlasser es gerade so schafft den Motor noch sehr langsam zu drehen!
Das sagt mir, dass der Zündfunke trotz geringer Spannung, die durch den Anlasser sicher noch einbricht, einen guten Zündfunken liefert und auch der Zündzeitpunkt muss passen!

Jetzt hätte ich natürlich noch gerne eine Markierung für OT auf der Riemenscheibe aber die genau zu ermitteln wird wohl relativ schwer.
Teilweise ist ja nicht klar ob die Nuten / Bohrungen in den Schwungscheiben bei 8 Grad oder schon bei 12 Grad liegen.
Auch bei einem 11D Motor kann ja im Lauf der Jahre sowohl die eine als auch die andere Schwungscheibe eingebaut worden sein.
Was jetzt noch interessant wäre ist, eine Gradeinteilung auf die Riemenscheibe zu pinseln um die Verstellung messen zu können. Über den Durchmesser der Scheibe lässt sich ja sehr einfach der Abstand von Grad / mm berechnen.
Hat vielleicht jemand den Durchmesser der Riemenscheibe im Kopf, sonst versuche ich den nachzumessen.

LG

Wolfgang

837

Re: Restaurations-Tagebuch

Hallo Otto,

Gut gelöst, die Riemenscheibe habe ich grob gemessen, es sind ca. 180 mm. Für eine exakte Messung, müsste man sie ausbauen, die Schieblehre wird nicht reinpassen, oder doch. Ich habe mir aus Pappe die Scheibe geschnitten und die 8 b.z.w. 12 Grad eingezeichnet. Der Abstand liegt bei meinen Kalkulationen bei 6,5 mm. Das sollte reichen, da die Handverstellung erhebliches Spiel haben kann.
dropbox funktioniert nicht ( bei mir 9:

sCHÖNEN aBEND

Gerhard

838

Re: Restaurations-Tagebuch

Dropbox hat jetzt funktioniert, danke. Sieht gut aus.

Gruss Gerhard

839

Re: Restaurations-Tagebuch

Ach so, OT wären 13 mm

Gruss Gerhard

840

Re: Restaurations-Tagebuch

Nabend Gerd,

glaube deine Berechnungen stimmen so nicht ganz.
Die Gradzahlen beziehen sich ja auf die Kurbelwelle.
Bei D=180mm ergibt sich ein Umfang von U=D*Pi = 565,5 mm
Damit wäre 1 Grad = U / 360 = 1,57mm
Aber weil die Kurbelwelle 2 Umdrehungen macht während die Nockenwelle nur eine macht, muss man den Wert noch durch 2 teilen!
Auf der Nockenwellenscheibe sind das dann 0,785 mm/Grad Kurbelwelle.
Dann entsprechen 12 Grad Kurbelwelle = 9,4 mm auf der Riemenscheibe der Nockenwelle.
Der Abstand zwischen 8 und 12 Grad wären dann 3,1mm
Es bleibt aber weiterhin das "Problem", dass wir nicht genau sagen können wo OT ist!
Wenn man eine Einstellung gefunden hat die wirklich gut funktioniert kann man eigentlich darauf verzichten weil man ja mit dem Strobo diese Einstellung immer wieder findet aber interessant wäre es schon
zu wissen wo nun wirklich OT ist!

841

Re: Restaurations-Tagebuch

Moin Otto,

Ich glaube, wir lagen beide falsch :
Die Kurbelwelle dreht eine Umdrehung, bis Kolben 1 wieder auf OT steht ( braucht aber 2 Umdrehungen bis zur nächsten Zündung ).
Da das Nockenwellenrad dafür 2 Umdrehungen macht, muss auch der Umfang verdoppelt werden. Demnach sind es nicht 556,2 , sondern 1130,4 mm, /360° ,  das sind 3,14 mm / Grad.  D.h. 12,56 von 8° ( 12° ) vor und 25,12° von 8° zurück. Da wäre OT.
Die Markierung auf dem Schwungrad ist ja mit 8° definiert.

Zitat "Es bleibt aber weiterhin das "Problem", dass wir nicht genau sagen können wo OT ist!"
wenn Du OT für Zylinder 1 meinst, muss man schon den Ventildeckel abnehmen und die Ventile beobachten , da sich die Kurbelwelle ja 2x dreht, bis zur Zündung.

So, wir sind beim falsifizieren : gibt es andere meinungen ?

Schönen Sonntag
Gerhard

842

Re: Restaurations-Tagebuch

Hallo Gerd,

wenn die Kurbelwelle zwei Umdrehungen macht, dann macht die Nockenwelle eine!
Daher wenn sich die Kurbelwelle eine Umdrehung dreht dann ist es bei der Nockenwelle nur eine halbe und wenn sich die Kurbelwelle ein Grad dreht dann ist es bei der Nockenwelle nur ein halbes Grad!
Ist bei der Welle vom Verteiler genau so! Die Verteilerwelle dreht sich bei zwei Kurbelwellendrehungen auch nur ein mal!

LG

Wolfgang

843

Re: Restaurations-Tagebuch

Hallo Wolfgang,

Du hast recht.

Gruss Gerhard

844

Re: Restaurations-Tagebuch

Nabend zusammen!

Habe heute mal wieder etwas an der Zündung experimentiert.
Um mir mal den Spannungsverlauf anschauen zu können hab ich ein DSO-200 Handheld Oszilloskop, 200 kHz für 35 Euro eingekauft und damit lässt sich sehr schön arbeiten.
Ist so groß wie ein kleines Multimeter und besitzt einen kleinen Akku wodurch es mobil verwendet werden kann.
Der Schließwinkel, gemessen mit dem Schließwinkelmessgerät, beträgt aktuell ca. 48 Grad.
LG
Wolfgang

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Anhang Symbol Oszilloskop und Schließwinkel.jpg 307.65 kb, 2 Downloads seit 2025-11-28